Der Zauber der Rauhnächte

Überall hängen Lichter in den Fenstern, Geschäfte sind Geschmückt und Straßen hell erleuchtet. Allerorts trinken die Leute Glühwein auf den Weihnachtsmärkten und kaufen Christbaumschmuck und Geschenke. Weihnachten steht vor der Tür.

Doch gibt es in dieser Zeit, so kurz vorm Jahreswechsel, auch noch andere Bräuche. Ältere, weniger geläufige, oft schon vergessene, wie zu Beispiel die Rauhnächte.

Die Rauhnächte sind eine Zeitspanne von 12 Tagen, zwischen Weihnachten und Allerheiligen, am 6. Januar. Der Beginn der Rauhnächte ist die Nacht vom 25. auf den 26. Dezember Es handelt sich also um die 6 letzten und die 6 ersten Tage eines Jahres.

Die Germanen glaubten, dass diese Tage Schalttage seien. In dieser Zeit sei man wie losgelöst von Raum und Zeit, in einer Zwischenwelt. Alte Geister besuchen die Erde und weilen unter uns. Ein Tor zu einer anderen Welt öffnet sich. Neues steht bevor und möchte geplant und manifestiert werden, Altes jedoch zuerst abgeschlossen und losgelassen.

Seit jeher sind die Rauhnächte eine heilige Zeit, eine Zeit der Rückschau, der Besinnung, der Reinigung und der Vorausschau. Eine andere Bezeichnung dafür ist „Lostage“. Das Losen ist ein altes Wort für Vorhersagen und zeigt den Orakelaspekt der Rauhnächte auf.

Die Rauhnächte sind ein idealer Zeitpunkt für eine tiefgreifende Reinigung, innerlich wie äußerlich und für heilende Rituale. Ich habe hier ein paar Ideen zusammengetragen.

Wer sich mit inneren Angelegenheiten beschäftigen und sie bereinigen möchte, der sollte körperlich fit sein und den Kopf frei haben. Nutze die Rauhnächte auch für eine Reinigung deiner Seelenbehausung.

Vorbereitend zu den Rauhnächten kannst du aufräumen, ausräumen, deine Wohnung gründlich putzen und reinigen, Rechnungen bezahlen und auch unausgesprochene oder offene Konflikte bereinigen.

Am 21. Dezember ist die Wintersonnenwende. An diesem Tag kannst du das alte Jahr reflektieren und Wünsche für das neue Jahr formulieren. Schreibe alles auf und verbrenne es bei einem Feuerritual. Ein Ritual ist alles, was du feierlich und bewusst tust und du kannst das ganz frei gestalten. Wenn du noch befangen bist und nicht recht weißt, wie du es anfangen sollst, such dir im Internet Anleitungen für Rituale oder frage Menschen, die schon mehr Erfahrung damit haben.

Trinke während der Rauhnächte (Und am besten auch noch danach 😊 ) am Morgen Wasser mit frisch gepresstem Zitronensaft oder einem Esslöffel Essig.

Praktiziere Ölziehen, mach Wechselduschen und massiere und creme dich ausgiebig mit guten Naturprodukten wie Sheabutter oder Kokosöl und ätherischen Ölen.

Iss möglichst wenig und achte dabei auf überwiegend basische und schonend gekochte Lebensmittel, vorzugsweise am Abend.

Fang erst spät mit der ersten Mahlzeit an und iss nach 18 Uhr nicht mehr.

Achte auf ausreichend Schlaf. Dabei kannst du auch ein Traumtagebuch führen. Lege einen Schreibblock und einen Stift neben dein Bett und schreibe nach dem Aufwachen auf, was du geträumt hast. Nach altem Glauben steht jeder Tag der Rauhnächte für einen Monat des folgenden Jahres und soll vorraussagende Eigenschaften haben. Achte also auf deine Träume, das Wetter, dein Befinden und die Vorkommnisse des Tages und schreibe alles auf.

Mach lange Spaziergänge an der frischen Luft und sammle dabei Steine, Hölzer und anderes, was du für Rituale verwenden kannst.

Während der Rauhnächte, auch Rauchnächte genannt, haben die Menschen früher ihre Behausungen ausgeräuchert, um alte und böse Geister zu vertreiben. Auch du kannst dich von Blockaden und Besetzungen befreien, indem du deine Wohnung durch Räuchern reinigst. Gehe dabei durch jeden Raum dreimal,im Uhrzeigersinn. Als Rauchwerk kannst du verwenden was du magst, wie zum Beispiel Kiefernharz, Weihrauch, Bernstein, Myrrhe, Lavendel oder Wacholder.

Du kannst die Rauhnächte auch dazu verwenden, jeden Morgen einige Minuten zu meditieren. Das macht den Kopf frei, beruhigt und verbindet dich mit deiner Intuition und deinem Herzen. Diese Zeit sollte sehr bewusst begangen werden. Wie oft nimmt man sich im Alltag Zeit für sich und seine Gefühle. Schaffe dir diese Inseln im Jahr.

Lass den Fernseher aus, leg dein Handy beiseite, nimm dir Zeit und Raum, einmal in dich hinein zu fühlen. Was geht da vor? Wie fühlt sich das an? Wie fühle ich mich an? Wie fühlt sich mein Umfeld an? Vielleicht kommt da auch viel negatives hoch. Schreibe es auf und verbrenne es- lass es los.

Das alte Jahr geht, das neue Jahr kommt. Auch für dich kommt und geht so einiges. Du musst viele Dinge jeden Tag bewältigen, vergiss dabei nicht, dass du wertvoll bist und Aufmerksamkeit verdienst.

Nutze die Rauhnächte für dich, mach sie zu einer heiligen Zeit, auch wenn du nicht abergläubisch bist. Das kommende Jahr bringt noch genug Alltagsstress mit sich. Du hast dir eine Zeit der Ruhe verdient.

Alles Liebe

Deine Laura

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